Montag, 23. Februar 2015
Drakensberg Amphitheatre, 21.02.2015
Dieses Wochenende hatten wir einen Hikingtrip in den Drakensbergen geplant.

Samstags haben wir zunächst eine Tour zum Amphitheatre gemacht. Hierbei handelt es sich um eine kilometerlange, fast senkrechte Felswand.

Nachdem wir im Royal Natal Nationalpark angekommen waren, unsere Fees bezahlt hatten und alle Formulare bezüglich unserer geplanten Tour, unserer Rucksack- und Jackenfarben und unsere Handynummern und Namen angegeben hatten durften wir endlich los. Das Panorama war von unten schon so beeindruckend, dass wir es kaum erwarten konnten.

Wir starteten also morgens um 7:45 unsere Tour. Zunächst ging es bergauf und hinein in das Tal des Thukelaflusses. Um dahin zu gelangen mussten wir kleine Pfade, fast nur Trampelpfade belaufen und Wälder durchqueren.

Das Gras wächst hier unglaublich hoch, sodass es oft schwer war die Stufen und Steine in dem Weg zu erkennen. Teilweise mussten wir durch schulterhohes Gras laufen und am Anfang kam uns das schon abenteuerlich vor.

In den Wiesen waren die unterschiedlichsten, farbenfrohen Blumen versteckt.

Der Weg führte uns durch Wälder, die einem ein bisschen das Gefühl von Dschungel vermittelten. Es entdeckten erstaunlich geformte Baumstämme

und Vögel aller Farben und Arten. So früh am Morgen waren auf dem Weg auch noch nicht so viele andere unterwegs, weshalb man die Stille des Tals richtig spüren konnte.
Immer wieder kamen wir an Stellen, von denen man einen Blick über das ganze Tal hatte. Nach ca. 2 Stunden kamen wir an den Flusslauf.

Das Wasser hier ist super klar und lädt zum baden ein.

Zunächst ging es weiter auf einem schmalen Pfad, der immer wieder über Steine über die Flusslauf drüber führte. An dieser Stelle war ich dann schon dankbar, für meine Wanderschuhe, da man doch einen besseren Halt hat als in bloßen Turnschuhen. Weiter ging es irgendwann am Rande des Flusses über und zwischen Steinen und Felsbrocken, tiefer in das Tal hinein. Mittlerweile waren wir auch nicht mehr die einzigen Wanderer. Um die Mittagszeit erreichten wir eine Gabelung. Hier musste man nun entscheiden, ob man durch das Tal weiter geht und dem Flusslauf folgt,

oder ob man klettert und den etwas erhöhten Weg wählt. Wir entschieden uns zunächst für das Klettern. Wir benutzen also die angebrachte Leiter um aus dem Flussbett hinaus zu kommen. Der "Weg" hatte zwar mehr was von einer Kletterroute und ich war auch ganz dankbar, dass ich bereits etwas Erfahrung im Klettern hatte, aber wir sind dann doch alle heil oben angekommen :)
Als Belohnung haben wir hier unsere Mittagspause eingelegt, schließlich hatten wir bereits 4 Stunden Wanderung hinter uns.

Nach der Mittagspause haben wir uns mit zwei jungen Männern aus der Schweiz und England verbündet und sind weiter in das Tal geklettert, in der Hoffnung, dass wir die Wasserfälle finden. Hier hieß es dann weiter über Steine und Felsen steigen, hinein in die Berge.

Die Aussichten waren atemberaubend. Wir haben es dann auch bis zum Ende des Tals geschafft, allerdings waren keine Wasserfälle zu sehen.

Später erfuhren wir dann, dass es in den letzten Wochen zu wenig geregnet hatte und der Fluss deshalb kaum Wasser führt.
Auf unserem Rückweg aus dem Tal raus, hat es dann leider angefangen zu regnen, was den Weg etwas erschwerte. Ohnehin war das runterklettern um einiges schwieriger als das hochklettern. Auf dem Rückweg entschieden wir uns dann durch die Felsspalten zu gehen und nicht außen herum zu klettern, da wir diesen steilen Kletterpart umgehen wollten.
(Bilder können offensichtlich nur im Querformat eingefügt werden) Das hat auch einigermaßen gut geklappt, allerdings musste man etwas durch das Wasser durch, d.h. Schuhe und Hosen waren danach nass. Da wir wegen des Regens ohnehin schon gut durchfeuchtet waren, war das dann aber auch nicht so schlimm. Der Rückweg war dann eher ein möglichst zügiges gehen zum Auto, da wir alle anfingen zu frieren. Die Passagen die uns zu Beginn der Wanderung schwierig vorkamen, meisterten wir schnell und ohne Probleme. Um 17:15 haben wir dann den Parkplatz auch erreicht und waren alle glücklich uns trockene Sachen anziehen zu können.
Fazit: Die Wanderung war nicht für Anfänger aber war ein sehr schönes Erlebnis. Ich hab Muskelkater in den Armen vom Wandern (bzw Klettern) aber die Schmerzen nimmt man für diese Aussichten und das Gefühl, dieses Tal erklommen zu haben, gerne in kauf!

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Autofahren in Südafrika
Am Wochenende bin ich das erste mal hier Auto gefahren. Am Anfang war ich sehr nervös, schließlich war es das erste mal für mich im Linksverkehr. Ich bin also zur Car Rental Station gefahren und hab unser Auto für den Wochenendtrip abgeholt. Schon nach ein paar Metern hatte ich mich gut an das Fahren gewöhnt und habe festgestellt, dass Autofahren hier doch genauso einfach ist wie in Europa :-D
Allerdings ist der Verkehr in JoBurg eine kleine Herausforderung und die Straßen (auch die Autobahnen) eine enorme Umstellung. Gerade zur Rush Houre steht die Stadt voll mit Autos. Und zwischen den Autos laufen Leute, an jeder Ampel stehen Menschen zwischen den Autos die versuchen etwas zu verkaufen. Von Getränke-, Essens-, Spielsachen-, Kleiderbügelverkäufer über Scheibenputzer, Kfz- Reperaturanbietern und einfachen Bettlern findet man an den Ampeln alles. Eine Ampel wird übrigens in Südafrika als "Robot" bezeichnet. Und leider gibt es jede Menge solcher Roboter in JoBurg.
Aber auch an die Leute, die zwischen den Autos rumlaufen gewöhnt man sich und lässt sich nach einer gewissen Zeit nicht mehr davon ablenken.
Die Highways hier haben fast alle keine Mittelleitplanke, was zunächst ein etwas komisches Gefühl war. Man fühlt sich ohne diese Mittelleitplanke bei Geschwindigkeiten von 120 km/h doch gleich viel unsicherer. Wenigstens ist jede Fahrspur mit Reflektoren umgrenzt, man findet also seine Spur auch im Dunkeln immer gut :D So wirklich abenteuerlich wurde es dann erst, als wir die Autobahn verlassen mussten um die letzten 100 km über Land zu unserem Ziel zurückzulegen. Leider ist die einzige Zufahrtstraße zu den Drakensbergen aus Richtung JoBurg ziemlich zerstört und muss daher neu gemacht werden. "Glücklicherweise" sehen die das hier nicht so eng und die Straße darf trotzdem befahren werden, was uns einen Umweg von fast 2 Stunden erspart hat. Allerdings kann man nicht in vollem Umfang von Glück reden, da die Straße eigentlich nicht mehr zum befahren geeignet ist. Auf einer Seite wurde der ganze Belag mit Schotter überschüttet (wahrscheinlich weil die Schlaglöcher so groß sind, dass man nicht mehr durchkommen würde). Das geht dann über Kilometer so. Vom Gefühl her etwa, als ob man auf Eis fährt... das Auto rutscht öfter mal weg. Auf der Gegenfahrspur war es allerdings noch schlimmer. Hier war nämlich kein Schotter sondern einfach der kaputte Straßenbelag. Die Schlaglöcher waren teilweise so tief, dass ich angst hatte, dass das Auto aufsetzt :D Als Höchstgeschwindigkeit war hier 40 km/h angegeben. Allerdings ist vor und hinter mir niemand schneller gefahren als max. 20, da man eigentlich nur im ersten Gang fahren konnte und ständig abbremsen musste um nicht "zu schnell" durch die Löcher durch zufahren. Aber auch diese Herausforderung haben wir ganz gut gemeistert.
Da ich ja zum Glück zunächst in JoBurg gefahren bin war ich ja an Lebewesen auf der Fahrbahn schon etwas gewohnt. Wenn man nämlich in ländliche Gegenden kommt muss man durchaus damit rechnen, dass rechts und links Kühe/Schafe/Pferde grasen und die auch mal Lust haben auf der Straße zu stehen. Auch Hühner oder andere Vögel machen es sich hier direkt an oder auf der Straße bequem. Gerade die Vögel schrecken auch nicht vor den Autobahnen zurück. Man sollte also immer damit rechnen, dass ein Vogel von links oder rechts auf die Straße spaziert kommt. Aber auch Zebras und Affen haben offensichtlich hier keine Scheu vor Autos. Also man kann schon fast eine Safari machen, ohne in einen Nationalpark zu müssen :D Deshalb heißt es immer, schön wachsam und vorallem angemessen fahren.
Das Auto habe ich nach 839 km wieder in einem Stück und ohne Schäden beim Car Rental abgegeben.

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