Autofahren in Südafrika
Am Wochenende bin ich das erste mal hier Auto gefahren. Am Anfang war ich sehr nervös, schließlich war es das erste mal für mich im Linksverkehr. Ich bin also zur Car Rental Station gefahren und hab unser Auto für den Wochenendtrip abgeholt. Schon nach ein paar Metern hatte ich mich gut an das Fahren gewöhnt und habe festgestellt, dass Autofahren hier doch genauso einfach ist wie in Europa :-D
Allerdings ist der Verkehr in JoBurg eine kleine Herausforderung und die Straßen (auch die Autobahnen) eine enorme Umstellung. Gerade zur Rush Houre steht die Stadt voll mit Autos. Und zwischen den Autos laufen Leute, an jeder Ampel stehen Menschen zwischen den Autos die versuchen etwas zu verkaufen. Von Getränke-, Essens-, Spielsachen-, Kleiderbügelverkäufer über Scheibenputzer, Kfz- Reperaturanbietern und einfachen Bettlern findet man an den Ampeln alles. Eine Ampel wird übrigens in Südafrika als "Robot" bezeichnet. Und leider gibt es jede Menge solcher Roboter in JoBurg.
Aber auch an die Leute, die zwischen den Autos rumlaufen gewöhnt man sich und lässt sich nach einer gewissen Zeit nicht mehr davon ablenken.
Die Highways hier haben fast alle keine Mittelleitplanke, was zunächst ein etwas komisches Gefühl war. Man fühlt sich ohne diese Mittelleitplanke bei Geschwindigkeiten von 120 km/h doch gleich viel unsicherer. Wenigstens ist jede Fahrspur mit Reflektoren umgrenzt, man findet also seine Spur auch im Dunkeln immer gut :D So wirklich abenteuerlich wurde es dann erst, als wir die Autobahn verlassen mussten um die letzten 100 km über Land zu unserem Ziel zurückzulegen. Leider ist die einzige Zufahrtstraße zu den Drakensbergen aus Richtung JoBurg ziemlich zerstört und muss daher neu gemacht werden. "Glücklicherweise" sehen die das hier nicht so eng und die Straße darf trotzdem befahren werden, was uns einen Umweg von fast 2 Stunden erspart hat. Allerdings kann man nicht in vollem Umfang von Glück reden, da die Straße eigentlich nicht mehr zum befahren geeignet ist. Auf einer Seite wurde der ganze Belag mit Schotter überschüttet (wahrscheinlich weil die Schlaglöcher so groß sind, dass man nicht mehr durchkommen würde). Das geht dann über Kilometer so. Vom Gefühl her etwa, als ob man auf Eis fährt... das Auto rutscht öfter mal weg. Auf der Gegenfahrspur war es allerdings noch schlimmer. Hier war nämlich kein Schotter sondern einfach der kaputte Straßenbelag. Die Schlaglöcher waren teilweise so tief, dass ich angst hatte, dass das Auto aufsetzt :D Als Höchstgeschwindigkeit war hier 40 km/h angegeben. Allerdings ist vor und hinter mir niemand schneller gefahren als max. 20, da man eigentlich nur im ersten Gang fahren konnte und ständig abbremsen musste um nicht "zu schnell" durch die Löcher durch zufahren. Aber auch diese Herausforderung haben wir ganz gut gemeistert.
Da ich ja zum Glück zunächst in JoBurg gefahren bin war ich ja an Lebewesen auf der Fahrbahn schon etwas gewohnt. Wenn man nämlich in ländliche Gegenden kommt muss man durchaus damit rechnen, dass rechts und links Kühe/Schafe/Pferde grasen und die auch mal Lust haben auf der Straße zu stehen. Auch Hühner oder andere Vögel machen es sich hier direkt an oder auf der Straße bequem. Gerade die Vögel schrecken auch nicht vor den Autobahnen zurück. Man sollte also immer damit rechnen, dass ein Vogel von links oder rechts auf die Straße spaziert kommt. Aber auch Zebras und Affen haben offensichtlich hier keine Scheu vor Autos. Also man kann schon fast eine Safari machen, ohne in einen Nationalpark zu müssen :D Deshalb heißt es immer, schön wachsam und vorallem angemessen fahren.
Das Auto habe ich nach 839 km wieder in einem Stück und ohne Schäden beim Car Rental abgegeben.

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